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Innovationskraft fortsetzen, komplexe Systeme realisieren

Alex Makuch, CEO der MicroStep Gruppe

Innovationskraft fortsetzen, komplexe Systeme realisieren

Alex Makuch – einer von drei MicroStep-Geschäftsführern – über Stärken, Ziele und Projekte der weltweit tätigen Gruppe

Publiziert 10.01.2020 | Erich Wörishofer

Sie sind seit 2018 Geschäftsführer von MicroStep. Was bereitet Ihnen Freude, wenn Sie täglich in die Arbeit kommen?

Alex Makuch: Ich mag es, mit Menschen zu arbeiten, Probleme zu diskutieren und gemeinsam im Team Ideen zu formen, die zu Lösungen führen. Mein vorrangiges Ziel ist es, ein Ökosystem für meine Mitarbeiter zu schaffen und ihnen nicht im Weg zu stehen. Ich freue mich, dass die Mitarbeiter sowohl auf technischer Ebene als auch auf Führungsebene wachsen; umso mehr, wenn dieses Wachstum von einer positiven Einstellung und Optimismus in Bezug auf die Zukunft des Unternehmens begleitet wird.

Sie sind einer von drei Geschäftsführern zusammen mit Eva Stejskalová und Iren Brhlík. Wie teilen Sie sich die Aufgaben und Verantwortungsbereiche auf?

Alex Makuch: Es ist eine ungewöhnliche, aber nicht einzigartige Struktur. Unser Unternehmen hatte immer mehrere Geschäftsführer mit geteilten Verantwortlichkeiten. In der Regel ist Eva verantwortlich für Forschung & Entwicklung, IT, die Finanzabteilung und das Projektmanagement; Iren ist für unsere beiden Produktionsstätten in Hriňová und Partizánske sowie für die Logistik verantwortlich. Und ich kümmere mich um die Front-Line-Abteilungen wie Vertrieb, Marketing, technischer Support, Anwendungsberatung und Aftersales.

Ein Plus dieser Struktur ist, dass zwar jeder Direktor für seinen Bereich verantwortlich zeichnet, wir aber gleichzeitig sichergestellt haben, dass jeder von uns über die Aktivitäten der weiteren Bereiche stets auf dem Laufenden bleibt. Dies sorgt für bessere Entscheidungen, da sie in einem frühen Stadium und aus mehreren Perspektiven bewertet werden. Jeder kann sich besser auf seine speziellen Bereiche konzentrieren. Wir konsultieren uns aber bei Problemen und Fragen.

Herr Makuch, wie sind Sie eigentlich zu MicroStep gekommen?

Alex Makuch: Nach Abschluss meines Studiums an der Universität arbeitete ich mit Kollegen am Institut für Steuerung und Automatisierung der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Slowakischen Technischen Universität in Bratislava zusammen. Vor der Wende haben wir über die Universität an mehreren Ingenieurprojekten für die slowakische Industrie gearbeitet. Unsere Situation änderte sich 1989 mit der Öffnung des eisernen Vorhangs, die in der Folge das private Unternehmertum wieder ermöglichte, erheblich. Deshalb haben wir uns gemeinsam mit meinen Kollegen aus der Fakultät dazu entschlossen, die Situation zu nutzen und ein eigenes Unternehmen zu gründen. Zunächst wollten wir uns auf allgemeine Steuerungssysteme und die Automatisierung von Produktionslinien konzentrieren. Was uns den Weg zu CNC-Schneidanlagen ebnete, war der Auftrag, 1992 ein komplett neues Steuerungssystem für eine bestehende CNC-Plasmaschneidanlage zu erstellen. Nachdem wir diese Aufgabe erfolgreich abgeschlossen hatten, fokussierten wir unsere Ressourcen allmählich mehr und mehr auf das CNC-Schneiden. Nach einiger Zeit haben wir uns mit einer Gruppe von Maschinenbauingenieuren zusammengetan, und der Rest ist – wie man sagt – Geschichte. 

MicroStep ist „Your Partner for Cutting and Automation“: wie viele Kunden weltweit vertrauen heute Ihren Lösungen? Können Sie uns Ihrer Meinung nach die wichtigsten Gründe nennen, warum diese Unternehmen auf die MicroStep-Technologie setzen?

Alex Makuch: Wir haben mehr als 2.700 Maschinen verkauft, viele davon an den selben Kunden. Das ist ein positives Signal und bestätigt uns in unseren Bemühungen. Wir bieten oftmals Lösungen an, die sich erst bei der Bedarfsermittlung im Gespräch mit dem Kunden ergeben. Wir wollen Erwartungen erfüllen und bestmöglich übertreffen. Im Supportfall leisten wir umgehend Unterstützung. Wir lassen Kunden mit ihren Anforderungen nicht allein und wollen auch ihre speziellen Probleme lösen.

„Unsere ungewöhnliche Struktur sorgt für bessere Entscheidungen“

Dipl-Ing. Alex Makuch

Geschäftsführer MicroStep spol s.r.o.

Generell bieten wir innovativere Produkte mit mehr Funktionalitäten als andere Hersteller in unserem Segment. Unsere Maschinen produzieren qualitativ hochwertige Produkte, die keine oder kaum Nachbearbeitung erfordern. Diese Tatsache führt zu einer erheblichen Verringerung der Produktionskosten für die Kunden. Wir bieten keine Einzelmaschinen an. Unser Ziel ist es, dem Kunden Systeme zur Verfügung zu stellen, mit dem die Produktivität gesteigert wird, wobei der Schwerpunkt auf der Automatisierung seiner Produktion liegt. Da wir Steuerung, Software und fast die gesamte Hardware selbst herstellen, besitzen wir einen großen Spielraum bei der Auslegung kundenspezifischer Maschinen. Die Hauptstärke von MicroStep sind starke, erfahrene und fähige Mitarbeiter, die es uns ermöglichen, maßgeschneiderte Maschinen zu entwickeln. Das ist eines unserer Alleinstellungsmerkmale und unsere Kunden wissen dies sehr zu schätzen. 

Damit dies auch in Zukunft so bleibt, investiert MicroStep kräftig: welche Maßnahmen ergreifen Sie, um Ihre Marktposition zu stärken und auszubauen?

Alex Makuch: MicroStep investiert kontinuierlich in seine Produktion. Letzes Jahr haben wir bereits eine neue Werkstatt mit einer Größe von 1.200 m²; gebaut und haben gerade eine weitere neue Halle mit einer Größe von 1.500 m² fertiggestellt. Wir haben auch beträchtliche Investitionen in eine neue Strahlmaschine getätigt und eine neue horizontale Tischfräsmaschine gekauft, um die Produktivität zu steigern und die Produktionsqualität unserer Maschinen weiter zu verbessern. Wir sind uns jedoch bewusst, dass unsere Mitarbeiter unser größtes Kapital sind. Dies spiegelt sich in unserer Aktionärspolitik wider. Menschen, die schon länger bei uns sind und sich bewährt haben, haben die Möglichkeit, sich an dem Unternehmen zu beteiligen. Dieses unorthodoxe System sichert die Stabilität und Kontinuität des Unternehmens sowie die persönliche Investition der Beteiligten. Darüber hinaus verbessern wir kontinuierlich die Soft Skills unserer Mitarbeiter, indem wir Schulungen für das Management und die Mitarbeiter bestimmter Abteilungen organisieren. Wir sind davon überzeugt, dass der Schlüssel zu unserem Erfolg eine starke Forschungs- und Entwicklungsbasis mit mehr als 70 hochqualifizierten Entwicklern ist. Uns ist bewusst, dass das nicht alltäglich ist. Die Entwicklung konzentriert sich auf die Verbesserung einzelner Teile unserer Produkte, der Produkte selbst und deren Automatisierungsgrad. Unser Ziel ist es, vollautomatische Produktionszellen zu produzieren, die den Anforderungen einer Industrie 4.0 entsprechen. Dies bedeutet im Moment die Erweiterung unserer CNC-Maschinen um Systeme zur automatischen Materialbeschickung einschließlich eines automatisierten Lagers sowie um Systeme zur Sortierung der geschnittenen Teile und des Abfallmaterials.

Diese Aktivitäten zielen darauf ab, die Produktionskapazität unserer Maschinen zu erhöhen und ihre Integration in automatisierte vernetzte Fertigungen zu ermöglichen. Neben diesen Themen arbeiten wir auch an weiteren Verbesserungen im Bereich Diagnosetools und Lösungen in Sachen Predictive Maintenance, um die Zuverlässigkeit unserer Produkte erheblich zu erhöhen und Ausfallzeiten der Maschinen zu minimieren. Diese Funktionen waren bereits Bestandteil unserer Anlagen bevor das erste Mal von Industrie 4.0 zu lesen war. Wir suchen jedoch immer noch nach neuen Wegen, um ihre Funktionalität zu verbessern und/oder zu erweitern.

 

„Der Schlüssel zu unserem Erfolg? Eine starke Forschungs- und Entwicklungsbasis“

Dipl-Ing. Alex Makuch

Geschäftsführer MicroStep spol s.r.o.

 

Vor welchen neuen Herausforderungen steht MicroStep aus Ihrer Sicht im Vergleich zu vor zehn Jahren?

Alex Makuch: MicroStep wächst seit 30 Jahren und wir haben die Schwelle zwischen einem kleinen und einem großen Unternehmen erreicht. Dies bringt viele Herausforderungen mit sich, wie die Änderung der Organisationsstruktur, die Festlegung unternehmensspezifischer Prozesse, die Standardisierung der Produktion und die erforderliche Verwaltung. Wir treiben unsere Hauptstrategie, unseren Kunden Lösungen mit einem hohen Automatisierungsgrad zu bieten, kontinuierlich voran. Wir werden auf diesem Gebiet immer bekannter und arbeiten derzeit an vielen Angeboten für komplexe Projekte, bei denen wir nicht nur das Schneiden, sondern auch die Materialmanipulation, die Logistik des Materialtransports zwischen verschiedenen Bereichen einer Fertigung, den Workflow der gesamten Fertigungslinie und die Verbindung zum ERP-System des Kunden übernehmen. Es gibt nicht viele Hersteller, die solche Systeme liefern können. Diese Projekte bringen auch einige Herausforderungen für den Bereich Forschung & Entwicklung mit sich und stellen viel höhere Anforderungen an die Mitarbeiter. Vor diesem Hintergrund haben wir einen zunehmenden Bedarf an neuen aber gleichzeitig auch erfahrenen Mitarbeitern, um Fachpositionen zu besetzen, die notwendig sind, um immer komplexere Projekte zu verwirklichen.

Zudem besteht die Herausforderung darin, ein stabiles und gut ausgebildetes Netzwerk von Partnern auf der ganzen Welt zu unterhalten. Wir streben an, in jedem Land, in das wir verkaufen, ein Unternehmen zu haben, das uns vertritt. Diese lokalen Unternehmen sind in der Lage, einen schnellen Service anzubieten, und ihre Kenntnis des Marktes erhöht die Chance, auch komplexe Projekte zu realisieren.

Und wo wird MicroStep in zehn Jahren stehen?

Alex Makuch: Wir waren immer stolz darauf, zu den innovativsten Unternehmen in unserem Segment zu gehören. Im Laufe der Jahre haben wir zahlreiche neue Technologien auf den Markt gebracht, von denen viele von unseren Wettbewerbern kopiert wurden. Diese Innovationskraft ist unsere zentrale Stärke und wird kontinuierlich ausgebaut. Sie erlaubt es uns gleichzeitig, die Anzahl der komplexen Projekte zu erhöhen. Ich glaube, dass die Zukunft nur denjenigen positiv zugewandt sein wird, die in der Lage sind, innovative Lösungen zu liefern.

CNC-Schneidanlagen sind heute komplexe mechatronische Systeme, bei denen der Bereich Software eine zentrale Rolle spielt. Nur Unternehmen, die über eine starke Forschungs- und Entwicklungsbasis verfügen – einschließlich Spezialisten auf dem Gebiet der mechanischen Konstruktion, der Steuerungssysteme, der Softwaretools und der Softwareumgebung, die die Integration in eine automatisierte Fertigung ermöglichen – können solche Systeme entwerfen.

Bei all den Herausforderungen der täglichen Arbeit: wie schaffen Sie es abzuschalten und zu entspannen?

Alex Makuch: Was mich am meisten entspannt, ist Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Ansonsten gehe ich sehr gerne Segeln und Skifahren, fahre Fahrrad oder spiele Tennis und betreibe generell viele Outdoor-Aktivitäten.

Hier geht es zum Interview mit Eva Stejskalová

 

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